Hermann Hesse „September“

Auf Vorschlag von Heide Klijn stellen wir Ihnen monatlich ein Gedicht vor, das diesem Monat beziehungsweise der Jahreszeit gewidmet ist.

Wir führen die Reihe fort mit dem Gedicht „September“ von Hermann Hesse.
 

September
Der Garten trauert,
Kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
Still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
Nieder vom hohen Akazienbaum.
Der Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
Bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
Müdgewordenen Augen zu.
 

Hermann Karl Hesse (* 2. Juli 1877 in Calw; † 9. August 1962 in Montagnola, Schweiz), war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler. Bekanntheit erlangte er mit Prosawerken wie „Siddhartha“, „Der Steppenwolf“, „Demian“, „Das Glasperlenspiel“ sowie „Narziss und Goldmund“ und mit seinen Gedichten (z. B. „Stufen“). 1946 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen, 1954 wurde er in den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen. Die meisten seiner Werke haben die Suche eines Menschen nach Authentizität, Selbsterkenntnis und Spiritualität zum Thema. 
Wikipedia 

Foto: Heide Klijn

5 Kommentare zu “Hermann Hesse „September“”

  1. Das Monatsgedicht ist wunderschön beschrieben. Hermann Hesses Werke faszinieren immer wieder durch ihre tiefgründige Spiritualität. Seine Sprache hat eine Zeitlosigkeit, die uns bis heute berührt. Ein wunderschöner Ausklang des Sommers!

  2. Oh, Hesse bringt da echt die Herbstmelancholie auf den Punkt, oder? Ich finde es so schön, wie er die Natur beschreibt, und man spürt direkt die Ruhe, die der September mit sich bringt. Einfach toll.

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