Monatsgedicht Juni: Johann Gottfried Herder „Ein Traum, ein Traum“

Auf Vorschlag von Heide Klijn stellen wir Ihnen monatlich ein Gedicht vor, das diesem Monat beziehungsweise der Jahreszeit gewidmet ist.

Wir führen die Reihe fort mit dem Gedicht „Ein Traum, ein Traum“ von Johann Gottfried Herder.
 

Ein Traum, ein Traum

Ein Traum, ein Traum ist unser Leben
auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wogen schweben
und schwinden wir,
und messen unsere trägen Tritte
nach Raum und Zeit
und sind (und wissen’s nicht) in Mitte
der Ewigkeit.

Johann Gottfried Herder, ab 1802 von Herder (Rufname Gottfried), geboren am 25. August 1744 in Mohrungen in Ostpreußen, gestorben am 18. Dezember 1803 in Weimar, war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe sowie Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik. Er war einer der einflussreichsten Schriftsteller und Denker deutscher Sprache im Zeitalter der Aufklärung und zählt mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller zum klassischen Viergestirn von Weimar.

Im Sommer 1762 verließ Herder Mohrungen und ging nach Königsberg, um Chirurg zu werden. In Königsberg erkannte Herder bald, dass er für den Beruf des Chirurgen ungeeignet war. Er schrieb sich als Student der Theologie an der Universität Königsberg ein. Einflussreich war von den Universitätslehrern nur Immanuel Kant, außerhalb der Universitätskreise besonders Johann Georg Hamann. Im Herbst 1764 wurde er an die Domschule nach Riga berufen. Im Juni 1766 wurde er in Riga in der Loge „Zum Schwert“ in den Freimaurerbund aufgenommen. 1769 nahm er den Antrag des fürstbischöflich lübischen Hofs zu Eutin an, den Erbprinzen von Holstein-Gottorp Peter Friedrich Wilhelm (1754–1823) als Reiseprediger zu begleiten. Er folgte dem Prinzen über Mannheim bis Straßburg, wo es zum ersten Treffen mit dem jungen Johann Wolfgang Goethe kam. Am 2. Oktober 1776 traf Herder in Weimar ein. Unmittelbar hinter der Stadtkirche, die später den Beinamen „Herderkirche“ tragen sollte, bezog er zusammen mit seiner Familie das barocke Pfarrhaus am Herderplatz 8, in dem er bis zu seinem Tod lebte und wirkte. Sein in Weimar entstandenes Hauptwerk „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“ (1784–1791) beruht auf den Gedanken, die er bereits in kleineren Schriften veröffentlicht hatte. (Quelle: Wikipedia)

Foto: Christian Schneider

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