Auf Vorschlag von Heide Klijn stellen wir Ihnen monatlich ein Gedicht vor, das diesem Monat beziehungsweise der Jahreszeit gewidmet ist.
Wir führen die Reihe fort mit dem Gedicht „Herbstbild“ von Friedrich Hebbel.
Herbstbild
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
Christian Friedrich Hebbel (* 18. März 1813 in Wesselburen, Dithmarschen; † 13. Dezember 1863 in Wien) war ein deutscher Dramatiker, Lyriker und Erzähler. Sein Pseudonym in der Jugend war „Dr. J. F. Franz“. Neben seinen Hauptwerken, den beiden Trauerstücken „Agnes Bernauer“ und „Maria Magdalena“, gehören Liebesgedichte wie „Sie seh’n sich nicht wieder“, „Wenn die Rosen ewig blühten“, Naturgedichte wie „Sommerbild“ und „Herbstbild“, einige Balladen, darunter „Der Heideknabe“ oder „Liebeszauber“ und auch seine Tagebücher zu den Höhepunkten seines Schaffens sowie zur Literatur des Realismus. Sein Drama „Die Nibelungen“ stellt die wichtigste Bearbeitung des Epos für das Theater dar. (Wikipedia)
Foto: Heide Klijn

